Kunstarchiv Beeskow eröffnet in vereinfachter Trägerschaft neu

Die Brandenburgische Landesregierung hat am 9. April 2019 dem von Kulturministerin Martina Münch präsentierten Vorschlag zur Aufhebung des Verwaltungsabkommens über das Kunstarchiv Beeskow zugestimmt. Die Aufhebung des seit 2002 geltenden Verwaltungsabkommens über den Betrieb des Archivs der Kunstsammlungen von Parteien, Massenorganisationen und Staatsorganen der DDR der Länder Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern wollen die drei Partner zum 30. April 2019 unterzeichnen. Das Kunstarchiv Beeskow soll am 29. Mai 2019 in Trägerschaft des Landkreises Oder-Spree am neuen Standort feierlich eröffnet werden.

Die Ministerin äußerte dazu: „Mit dem einvernehmlichen Aufhebungsabkommen zwischen den drei Ländern können wir die Strukturen vereinfachen, den Weg für eine neue Trägerschaft frei machen und den Fortbestand des Archivs sichern. An Stelle des bisherigen Verwaltungsabkommens zwischen den Ländern sowie des Betreibervertrages zwischen dem Land Brandenburg und dem Landkreis Oder-Spree, übernimmt der Landkreis künftig die alleinige Trägerschaft und wird mit den Ländern direkte Leihverträge vereinbaren.“  

Das neue Depotgebäude in unmittelbarer Nachbarschaft zur Burg

Der Landkreis übernimmt nun die Verantwortung für die weitere Entwicklung des Kunstarchivs in enger inhaltlicher Abstimmung mit dem Dokumentationszentrum Alltagskultur Eisenhüttenstadt – damit entsteht eine der größten kulturgeschichtlichen Sammlung zur DDR. Im Bestand des Archivs befinden sich Gemälde, Druckgrafiken, Zeichnungen und Aquarelle, Fotografien, Plastiken, Kunstgewerbe, Laienkunst und Medaillen. Das Land beabsichtigt, die Arbeit des Archivs auf Grundlage des Leihvertrages in diesem Jahr mit 168.000 Euro zu unterstützen, rund 100.000 Euro mehr als im vergangenen Jahr.

Die Leiterin des Kunstarchivs Beeskow und des Dokumentationszentrums Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt, Florentine Nadolni, ist mit dieser Lösung sehr zufrieden: „Damit haben wir Arbeitssicherheit für 10 Jahre.“ Neben ihrer Stelle als Leiterin stehen für das Kunstarchiv Beeskow künftig 1,5 Stellen zur Verfügung. Das sei nach Abschluss der Generalinventur ausreichend. 

Florentine Nadolni bei der Vernissage zur Ausstellung
„Grafik zu Liedern der französischen Revolution“

Nun freuen sich die Mitarbeiterinnen auf die Eröffnung im neuen Depotgebäude am 29. Mai.

vom: 11.04.2019