Seit 50 Jahren Berliner Ehrenbürger: Otto Nagel und Heinrich Zille

Am 30. Januar 1970 beschloss der Magistrat von Groß-Berlin, die Künstler Otto Nagel und Heinrich Zille zu Ehrenbürgern der Stadt Berlin zu ernennen. Damit wurden zwei Persönlichkeiten geehrt, deren Werk unzertrennlich mit der Stadt verbunden ist. Nagel ist anerkannt als Maler des proletarischen Berlin, der es in seiner kargen realistischen Malsprache ohne jedes Pathos und ohne jede Verheißung malte. Ohne die Bilder von „Pinselheinrich“ Zille ist das historische Berlin des Kaiserreiches und der Jahre der Weimarer Republik in seinen sozialen Facetten nicht nachvollziehbar. Zille hat, bei aller Härte der Realität, immer ein Schmunzeln oder einen Lacher auf seine Blätter gebracht. Dass er erst vierzig Jahre nach seinem Tod Ehrenbürger wurde ist ein Versagen der Stadt Berlin.

Bert Heller: Otto Nagel (Foto: AgH Berlin)

Erich Büttner: Heinrich Zille (Foto: AgH Berlin)


Innerhalb des „Initiativkreises Otto Nagel 125“ begehen wir bis zum September 2020 das lange Otto-Nagel-Jahr anläßlich dessen 125. Geburtstages im vergangenen Herbst. Nächster Höhepunkt wird eine Ausstellung mit Porträts Nagels im Schloss Biesdorf ab dem 20. Mai sein. Noch im Frühjahr gibt es in der Vortragsreihe unseres Vereins gemeinsam mit der Volkshochschule Marzahn-Hellersdorf einen Vortrag über den Freundeskreis Nagel/Zille ebenfalls im Schloss Biesdorf.

Link: Otto Nagel – ein Berliner Maler und mehr

vom: 03.02.2020