Endlich - Schloss Biesdorf seit 22. März geöffnet

vom 22.03.2021

Das Ende der "kulturlosen" Zeit ist da. Das Land Berlin gestattet die Eröffnung zahlreicher Einrichtungen in den nächsten Wochen. Noch klarer formuliert es die Zweite SARS-CoV-2-Infektionsschutzmaßnahmen-verordnung vom 4. März 2021. Es heißt dort unter §20 Kulturelle Einrichtungen Abs. 2:

"Museen, Galerien und Gedenkstätten dürfen für den Publikumsverkehr geöffnet werden, sofern ein Einlass nur nach vorheriger Terminbuchung erfolgt. Für die Steuerung des Zutritts zur Sicherung des Mindestabstandes gilt ein Richtwert für die maximal zulässige Anzahl von Besucherinnen und Besuchern je Ausstellungs- oder Betriebsfläche von insgesamt höchstens einer Besucherin oder einem Besucher pro 40 Quadratmetern Ausstellungs- oder Betriebsfläche."

Die Staatlichen Museen Berlin öffneten die ersten Häuser bereits am 16. März, weitere sollen am 1. April folgen (kein Scherz!).

Schloss Biesdorf, so die Presseerklärung der bezirklichen Kulturverwaltung, öffnet am 22. März seine Pforten. Der Besuch sei aber nur nach vorheriger Terminbuchung über ein Online-Buchungssystem möglich. Dieses ist ab sofort auf der Webseite von Schloss Biesdorf verfügbar. Aus bürgerschaftlicher Sicht möchten wir jedoch anregen: bis vor kurzem meldeten die Gesundheitsämter des Landes die Infektionszahlen per Fax oder Telefon in die Zentrale. Jede/r interessierte Kunstfreund/in, die meisten von ihnen im vorgerückten Alter, soll nun plötzlich ausschließlich mit digitaler Anmeldung Einlass finden? Schloss Biesdorf verfügt über 3300 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Wenn jeder Besucher ein Anrecht auf eigene 40 Quadratmeter hat, bleibt immerhin Platz für 80 Menschen. So viele Anmeldungen wird es nicht geben. Ein analoges Einlassen ohne Voranmeldung sollte zusätzlich möglich sein.

Zu sehen ist die lange geplante Ausstellung "Zeitumstellung". Die Exposition entstand in Zusammenarbeit mit dem Kunstarchiv Beeskow und wird das gesamte Haus füllen. Dafür sind mehr als 70 Künstlerinnen und Künstler mit Werken vertreten. Zwei Eindrücke können wir Ihnen vermitteln:

Foto: facebook schlossbiesdorf

Foto: facebook schlossbiesdorf

Elke Neumann, die Kuratorin der Ausstellung, hat den dortigen Bestand gesichtet und nach Werken gesucht, die bisher noch nicht gezeigt wurden. Zu den Repräsentanten zählen unter weiteren Manfred Butzmann, Friedrich-Wilhelm Fretwurst, Ellen Fuhr, Bruno Griesel, Harald Hauswald, Susanne Kandt-Horn, Konrad Knebel, Harald Metzkes, Otto Müller, Gerhard Rommel, Rolf-Xago Schröder, Hans Ticha und Walter Womacka. Das sind Namen mit hervorragendem Klang. Zuletzt hatte Elke Neumann 2019 in der Kunsthalle Rostock eine Ausstellung zum Palast der Republik kuratiert. Die Kuratorin stammt aus Brandenburg und hat an der TU Berlin Kunstgeschichte und Kunstkritik studiert.

Das Zusammenspiel ausgewählter Arbeiten des Beeskower Bestandes mit heutigen Sichtweisen ermöglicht neue Dialoge und Fragestellungen. Werke des Kunstarchivs werden mit aktuellen Arbeiten zeitgenössischer Künstler*innen andere Perspektiven auf die DDR eröffnen und den Blick über die historisch bedingten Grenzen hinaus erweitern. Aktuell laufen noch die letzten Arbeiten an der Ausstellung. Ein Ausstellungskatalog ist ebenso geplant wie ein Rahmenprogramm und Angebote für Schulen. Der Eintritt für die Ausstellung wird wie gewohnt frei sein.

Zum Spazieren bietet der Schlosspark schon jetzt Möglichkeiten...

(Axel Matthies)

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